Arthurs Geburtsbericht

Arthurs Geburtsbericht

Vielen Dank für deine Worte!

 

Geburtsbericht Arthur
Unser errechneter Termin war am 05.09.2025 und demzufolge hatte ich Mitte August noch einige
Zeit für Ausflüge und habe mich auch sehr darauf gefreut. Unsere Tochter kam zwar auch vier
Tage früher, aber selbst mit dieser Rechnung hatten wir noch etwas Zeit.
Wir haben uns also am 24. August mit Freunden auf den Weg nach Eisenberg in den Tierpark
gemacht. Dafür hat unsere Tochter zu Weihnachten einen Gutschein bekommen und wir haben
einen Ganztagesausflug geplant und den Kinderwagen mitgenommen, damit die Große dort
Mittagsschlaf machen könnte. Wie anstrengend das am Ende der Schwangerschaft werden
könnte, weil der Tierpark ein sehr hügeliges Gelände hat und unsere Tochter nur von mir im
Kinderwagen geschoben werden wollte, hatte ich nicht bedacht.
Also habe ich mich durch den Tag gekämpft, viel getrunken und immer wieder Pausen gemacht.
Am Abend war ich total fertig und hatte viele Senkwehen. Trotzdem habe ich mich noch mehr auf
den nächsten Tag gefreut, weil ich mit meiner besten Freundin und unseren beiden Mädels das
Vogelschießen in Rudolstadt besuchen wollte.
Das der Tag etwas anders war, habe ich gleich am nächsten Morgen gemerkt: ich hatte viele
Senkwehen, die scheinbar schon regelmäßiger waren und ich habe schon überlegt, ob ich das
Treffen später absagen müsste, weil ich noch sehr geschafft war und die Wehen bei jeder
Bewegung stärker wurden.
Die Nachricht meiner besten Freundin, dass ihre Schwester zu unserer verabredeten Zeit zu
Besuch kommt und sie unser Treffen nicht wahrnehmen kann, kam mir da sehr gelegen. Ich habe
also den ganzen Tag meine Wehen veratmet und die Intensität sowohl im Bauch als auch im
Rücken und in den Oberschenkeln ordentlich gespürt.
Da es zunehmend anstrengender wurde und meine Tochter enttäuscht über das abgesagte
Treffen war, habe ich meinen Mann und meine Tochter alleine auf das Vogelschießen geschickt
und mich in dieser Zeit in die Badewanne zurückgezogen.
Als ich im warmen Wasser war wurde mir klar, dass es tatsächlich losgeht. Die Intensität der
Wehen wurde noch stärker und die Abstände verkürzten sich von anfänglichen 10 schnell auf alle
acht und dann alle fünf Minuten. Um auf Nummer sicher zu gehen, habe ich die Wehen getrackt,
mich aber sonst ganz auf mich und das winzige kleine Geschöpf in meinem Bauch konzentriert,
das jetzt stark mitgearbeitet hat. Denn unser Baby wollte wohl unbedingt jetzt auf die Welt
kommen und hat bei jeder Wehe ordentlich gegen den Muttermund gedrückt und sich immer
wieder abgestoßen. Das machte jede Wehe nur noch intensiver.
Gegen 18:00 Uhr kamen meine Tochter und mein Mann zurück und wir haben im Badezimmer
Abendbrot gegessen. Mein Mann hat mir immer wieder etwas zugereicht und meine Tochter ist
relativ bald zu mir in die Badewanne geschlüpft.
In den Wehenpausen habe ich also mit ihr in der Badewanne gespielt, ihr die Haare gewaschen
und sie generell fertig gemacht. Damit für sie alles ihren geregelten Ablauf hat, bin ich danach
gemeinsam mit ihr ins Bett gegangen und habe sie in den Schlaf gekuschelt und für sie
gesungen. Das hat zwar alles etwas länger gedauert, weil ich durch die Wehen manchmal etwas
lauter war, aber es hat besser funktioniert als ich dachte.
Nach der Einschlafbegleitung bin ich dann mit meinem Mann nach vorne gegangen und habe das
Frühstück für meine Tochter für den morgigen Waldtag im Kindergarten vorbereitet, mit dem
Gedanken, dass die Geburt sicher noch ein oder zwei Tage auf sich warten lassen würde. Im
Hinterkopf hatte ich dabei, dass die Geburt meiner Großen von der ersten bis zur letzten Wehe
drei Tage gedauert hat. Ich habe mich also auf einige Tage Wehen eingestellt.
Mein Mann musste für seine Arbeit noch alles für seine Abwesenheit in der Elternzeit vorbereiten
und hat sich deswegen kurz an den Computer gesetzt während ich weiter meine Wehen veratmet
habe. Ich habe allerdings relativ schnell festgestellt, dass ich wieder zurück in meine warme
Badewanne möchte und sie mir erneut heiß eingelassen.
Da ich bei meiner ersten Geburt sehr unruhig und dadurch zum Schluss völlig fertig war, habe ich
diesmal versucht in der Badewanne auch etwas zu dösen. Später kam dann mein Mann dazu, hat
meine Hand gehalten und mit mir gemeinsam geatmet.
Gegen 2 Uhr Nachts kam zu den normalen Wehen auch ein enormer Druck nach unten dazu und
der Schleimpfropf ging gänzlich ab.
Zu diesem Zeitpunkt wurde mein Mann dann schon etwas unruhiger und hat mit mir darüber
gesprochen, dass er doch gern Peggy anrufen würde. Ich habe ihn erstmal gebremst mit dem
Argument, dass es bei unserer großen Tochter ja ab dem Moment des Abgangs auch noch
ziemlich lange gedauert hat, aber er ja trotzdem schonmal alle Sachen für die Geburt zusammen
suchen könnte. Daraufhin hat er alle wichtigen Dokumente und Dinge von Peggys Liste
zusammengesucht und vorbereitet. Mein lautes Tönen hat ihn aber schnell wieder zu mir ins Bad
gebracht und wir haben besprochen, dass es wahrscheinlich doch etwas schneller gehen würde
und wir uns überlegen müssten, wie wir es früh mit unsere Tochter machen, damit sie in den
Kindergarten kommt, falls das Baby zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf der Welt ist. Also haben
wir unser Glück bei meinem Bruder versucht, damit er unsere Tochter nach ihrem Aufwachen
übernehmen könnte.
Ab Ende August bis Mitte September hatte er Urlaub und wäre jederzeit erreichbar gewesen für
uns, leider waren wir etwas früh dran. Denn er musste uns leider sagen, dass er als
Notfallsanitäter gleich zu seinem 24-Stunden-Dienst musste. Das brachte uns kurz zum
Verzweifeln, aber zur Not wohnen meine Großeltern über uns und hätten uns sicherlich auch
unterstützt. Kurz danach rief mein Bruder uns allerdings zurück, weil er einen Teil seines Diensts
abgeben konnte und erst zur Nachtschicht musste. Das hat uns unglaublich erleichtert, weil
meine Tochter ein inniges Verhältnis zu ihm hat und es ihr so viel leichter fallen würde sich von mir
zu trennen. Schließlich hatten wir sie auch von Anfang an darauf vorbereitet, dass mein Bruder sie
während der Geburt nehmen würde.
In der Zwischenzeit wurde mein Pressdrang immer stärker, sodass mein Mann dann Peggy gegen
04:30 Uhr angerufen hat, die sich nach einem kurzen Lauschen auf meine Wehen sofort auf den
Weg machte.
Alex ist kurz nach dem Telefonat nach unten gegangen, um für Peggy aufzuschließen und unser
Auto umzuparken, damit sie gleich vor unserem Tor halten könnte. Sobald er unten war, wurde der
Druck jedoch so stark, dass ich mitschieben musste und die Fruchtblase damit zum Platzen
gebracht habe. Danach konnte ich den Pressdrang nicht mehr aufhalten, war aber trotzdem
zögerlich, weil ich auf Peggy warten wollte.
Kurz nach viertel sechs war Peggy dann bei uns, freute sich mit uns auf die bevorstehende Geburt
und hat mit Alex dann die Handtücher vorgewärmt und alles für die Ankunft unseres kleinsten
Familienmitglieds vorbereitet. Auch meinen Bruder haben wir dann angerufen, damit er sich bald
auf den Weg macht.
Während der letzten Wehen war ich irgendwann richtig verzweifelt: ich wollte mitschieben, aber
fand nicht den richtigen Platz dafür, weil die Badewanne für alles zu eng schien. Peggy ermutigte
mich immer wieder nach dem Köpfchen zu fühlen, aber ich hatte das Gefühl nicht
weiterzukommen.
Nach einer weiteren frustrierenden Presswehe schlug Peggy vor doch die Position zu verändern
und mich hinzustellen. Innerlich wusste ich, dass das die einzige Möglichkeit war. Aber wie sollte
ich mich in dem Zustand hinstellen? Aber während der Wehenpause hat Alex mir geholfen und
mich hoch in seine Arme gezogen, sodass ich mich festhalten konnte und nach zwei weiteren
Wehen war es dann tatsächlich geschafft. Das Köpfchen war geboren und unser Baby machte mit
einem lauten Schrei gleich auf sich aufmerksam. Kurz danach kam auch der winzige Körper
unseres zweiten Wunders. Peggy hat es aufgefangen und gleich nach vorn in die Arme meines
Mannes gelegt.
Es war ein unglaubliches Gefühl! Ich hatte es tatsächlich geschafft. Nachdem ich mir bei meiner
Tochter schon eine Hausgeburt gewünscht habe, dies jedoch kurz vorher aufgeben musste, weil
ich grünes Fruchtwasser hatte, hatte ich diesmal mein Baby bei einer Hausgeburt entbinden
dürfen. Ich war so glücklich und stolz.
Die für uns größte Überraschung stand uns jedoch noch bevor, denn wir hatten uns diesmal das
Geschlecht nicht verraten lassen und wollten uns bei der Geburt gemeinsam überraschen lassen.
Das hatte ich jedoch völlig vergessen, und als ich unser kleines Baby direkt vor mir in den Armen
meines Mannes sah, rief ich völlig verdattert „Es ist ein Junge.“ Und dann kam kurz Verzweiflung
auf, denn den Mädchennamen hatten wir, aber bei unserem Jungsnamen stand nur der Vorname
fest. Wir dachten ja, dass wir noch etwas Zeit hätten. Anfang August habe ich nämlich
beschlossen, dass wir vielleicht einen anderen Zweitnamen wählen sollten, aber letztendlich
haben wir uns für den Namen entschieden, den wir die ganze Schwangerschaft über schön
fanden und der gut zum Namen unserer Tochter passt: „Arthur Noah“.
Mein Mann und Peggy halfen mir, mich in der Badewanne hinzulegen und endlich hatte ich
unseren Sohn auf meiner Brust.
Dann mussten wir unser kleines Wunder erst einmal bestaunen. Er sah genauso aus wie seine
große Schwester bei ihrer Geburt. Dasselbe wunderschöne Gesicht. Wir waren so verliebt.
Als Peggy dann wieder zu uns kam, hat sie mir allerdings gleich angesehen, dass mein Kreislauf
gerade schlapp macht. Bis zu diesem Moment habe ich davon gar nichts gemerkt, aber nachdem
sie es angesprochen hat, habe ich ein starkes Flimmern vor den Augen und ein Rauschen in den
Ohren bemerkt. Ich habe leider häufig mit einem schwachen Kreislauf zu kämpfen und so wurde
mein Sohn kurz eingekuschelt nach vorne auf die Couch gelegt und Alex und Peggy halfen mir
aus der Badewanne raus. In diesem Moment ist mir der Kreislauf dann gänzlich abgesackt und
ich wurde kurz bewusstlos. Aber sie konnten mich gemeinsam auf Handtücher auf den
Badezimmerboden legen und ich bin gleich wieder zu mir gekommen.
In dem Moment war ich so enttäuscht: „Hatte ich die Geburt nur geträumt? Muss ich da jetzt
wirklich noch mal durch? Ich dachte doch ich hätte mein Baby schon.“
Peggy hat es mir dann kurz erklärt und dann wurde mir mein kleiner Mann auch schon wieder auf
die Brust gelegt, der kurz danach auch schon anfing sein kleines Köpfchen auf der Suche nach
meiner Brust zu bewegen. Währenddessen habe ich noch die Plazenta geboren.
Kurz danach haben wir dann beschlossen unsere Tochter zu wecken und meinen Bruder zu holen,
der zwischenzeitlich gekommen war und vorn gewartet hat. Peggy wollte mich nämlich gern in
unser Bett bringen, damit wir es weicher und bequemer hätten, aber da schlief bis jetzt noch
unsere Tochter. Die sollte natürlich nicht aufwachen und plötzlich ein Baby neben sich liegen
haben. Also wurde sie sanft geweckt und kam gleich fröhlich zu uns ins Badezimmer gehopst um
ihren kleinen Bruder kennenzulernen.
Sie selbst war auch unglaublich glücklich, weil sie die ganze Schwangerschaft über allen erzählt
hat, dass sie ein Brüderchen bekommen würde und auch keinen anderen Gedanken zugelassen
hat.
Mein Bruder kam dann langsam zu uns nach hinten um seine Nichte zu übernehmen und war
dann doch sehr überrascht, als Alex ihm mit seinem neugeborenen Neffen entgegen kam. Er hat
mir dann noch geholfen ins Schlafzimmer zu kommen wo wir als jetzt vierköpfige Familie erstmal
kurz gekuschelt haben.
Damit Peggy die Nachuntersuchung vornehmen konnte, sind mein Bruder und meine Tochter
nach vorn gegangen. Er hat sie kurz fertig gemacht, sie waren gemeinsam einkaufen und haben
uns dann ein kleines Frühstück vorbereitet.
In der Zeit haben wir mit Peggy die Geburt ausgewertet und unser Sohn hatte seine U1.
Es war wirklich eine wunderschöne Geburt und wir sind Peggy so dankbar, dass wir durch sie so
gestärkt in unsere zweite Geburt reingegangen sind. Wir würden uns immer wieder so
entscheiden und sind überglücklich.

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